Drehmeißel

Dieser Drehmeißel ist am Ende eines langen Rohrbohrers befestigt und wird im Bergbau für Erd- und Gesteinsbohrungen eingesetzt. Der Bohrkopf mit Drehmeißel durchbringt zuerst die Erde. Die einzelnen Zahnreihen auf den drei schräg angesetzten Bohrköpfen rotieren und zerkleinern dabei das Gestein. Durch die Drehbewegung wird dies zur Mitte des Drehmeißels transportiert, wo das Rohr befestigt ist. Darüber wird das Geröll an die Erdoberfläche gefördert, damit es einerseits die Bohrung nicht behindert und andererseits für Bodenproben genutzt werden kann. Dieses Verfahren wird unter anderem im Bergbau genutzt, um nach Mineralstoffen zu suchen, bis zu deren Vorkommen vorzudringen und deren Tiefe unter der Erde zu bestimmen. Die Bohrungen können mehrere hundert Meter tief sein.

Die Region Hessen blickt auf eine uralte Bergbautradition zurück und jahrhundertelang wurden hier Eisenerz, Kupfer, Ölschiefer, Tuffstein und Basalt abgebaut. Besonders geprägt hat die regionale Industriegeschichte der Kalibergbau im „Werra-Fulda-Kali-Revier“, das eines der größten Bergbaureviere in Europa ist und wo schätzungsweise noch 40 weitere Jahre Rohsalze gewonnen werden können. Diese salzigen Gesteinsschichten sind vor über 250 Millionen Jahren durch die Verdunstungen des Urmeeres entstanden. Jährlich werden heute circa 20 Millionen Tonnen von dem Steinsalz sowie den kalium-, magnesium- und schwefelhaltigen Rohsalzen abgebaut und zu einer breiten Produktpalette, wie hochwertigen Mineraldünger, Industriesalze oder Pharmaprodukte, weiterverarbeitet.

Bis in die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts erfolgten der Abbau und die Förderung in Handarbeit. Erst vor rund 50 Jahren wurde auf eine Gleislostechnik umgerüstet, die ausschließlich aus selbstfahrenden Maschinen und Arbeitsgeräten besteht. Heute erleichtern unser Drehmeißel, Fahrlader mit großen Schaufeln und viele weitere technische Gerätschaften die Arbeit unter Tage.

(last update 14.08.2023)

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