Große Konjunktion - Enge Begegnung von Jupiter und Saturn

Am 21. Dezember 2020 gegen 17:37 Uhr MEZ kam es – wie ungefähr alle 20 Jahre – wieder zu einer von der Erde aus sichtbaren "scheinbaren" Annäherung der beiden Riesenplaneten Jupiter und Saturn in unserem Sonnensystem. Dies hat seine Ursache in der deutlich unterschiedlichen Umlaufzeit des inneren Planeten Jupiter um die Sonne von 11,86 Jahre gegenüber der des äußeren Planeten Saturn von 29,46 Jahre.

Leider war zu diesem Zeitpunkt wie fast immer in den letzten Wochen bei uns in Nordhessen der Himmel komplett wolkenverhangen. Aber am 17. und am 19.12. bot sich von Korbach-Helmscheid aus eine Möglichkeit der Betrachtung und die dabei aufgenommenen Fotos möchten wir unseren Internetbesuchern nicht vorenthalten.

Auf der Startseite und dieser Seite in der Slideshow, welche alle fünf Sekunden ein neues Bild zeigen sofern Sie nicht den Mauszeiger darauf halten, sehen Sie an zweiter Stelle nach dem Weihnachtsmarkt auf unserer Modelleisenbahn Bebra58 ein Bild, welches am 17. Dezember aufgenommen wurde. Es zeigt wie das Bild oben links die noch relativ schmale Sichel des aufgehenden Mondes mit dem fahlen Licht der nicht von der untergehenden Sonne beschienenen Mondoberfläche und rechts die beiden Planeten Saturn (oben) und Jupiter (unten). Hier ist zu bemerken, dass dieses Bild zweifach verändert werden musste:

  • Die erste Veränderung betraf den Abstand zwischen Mond und den beiden Planeten. Er war tatsächlich etwa zwei Bogengrad weiter von den Planeten entfernt als hier dargestellt. Das Bild wurde also neu zusammengesetzt.
  • Die zweite Veränderung betraf die Lage in der Horizontalen. Da wir uns in der Slidehow wegen des gleichmäßigen Ablaufs ohne Bildsprünge auf eine Größe von 2.048 Pixel Breite und 455 Pixel Höhe verständigt haben, musste das Bild um 13 Grad nach rechts gedreht werden.

Oben sehen Sie das Bild nach der ersten Veränderung, also der Verringerung des Abstands zwischen Mond und den beiden Planeten um ca. zwei Bogengrad.

Weiterhin sehen Sie bei genauerer Betrachtung drei der vier Jupiter-Monde. Rechts unterhalb des Jupiter, ungefähr auf der Position 4 Uhr, können Sie die beiden Monde Io (näher am Jupiter) und Europa (etwas weiter entfernt) und nur bei Download des Bildes und Vergrößerung links oberhalb des Jupiter, ungefähr auf der Position 10 Uhr, den Mond Ganymed erkennen. Der vierte Mond Kallisto umkreist den Jupiter auf einer wesentlich größeren Umlaufbahn und ist nicht zu erkennen.

Und auf diesem aus zwei Teilen zusammengesetzten Bild ist rechts mit dem Aufnahmedatum 19.12. die weitere Annäherung auf ca. 15 Bogenminuten zu erkennen. Zudem hat sich jetzt die Lage der drei erkennbaren Monde Io, Europa und Ganymed (von innen nach außen in der Umlaufbahn) auf 10 Uhr verändert.

Am Abend des 21.12., dem ersten Veröffentlichungsdatum dieser Internetseite, wäre der Abstand von Saturn und Jupiter mit sechs Bogenminuten zu sehen gewesen. In den kommenden Tagen wurde der Abstand wieder größer und leider auch die Höhe über dem Horizont geringer werden. Sollte dennoch ein Blick auf die beiden Planeten und damit ein Foto möglich sein, wird dieses hier veröffentlicht (Stand 21.12.).

Und das gelang dann, wie obiges Bild zeigt, erst am 25.12. in einem Zeitfenster von nur ca. 15 Minuten, da sich von Westen her eine Wolkenwand auftürmte. 

Bild und Text: Rudolf Agnes, TMK

(last update 27.12.2020)

Kühltechnik aus Kassel

Eisschränke-
Einer den bekanntesten, überregionalen Herstellern von Eisschränken war die Firma Schmidt & Keerl in Cassel. Über die Firma Schmidt & Keerl liegen nur wenige Informationen vor. Das liegt wahrscheinlich daran, dass die Immobilien in der Frankfurter Str., bei den Bombenangriffen 1943/1944, völlig zerstört wurden. Eisschränke wurden aus Fichte gefertigt, mit Zinn- oder Zinkeinlage. Diese Materialien fanden Verwendung wegen ihrer geringen Korrosionsanfälligkeit. Die Isolierung bestand aus einer mehr oder weniger aufwändigen Schichtung von Holz, Kork, Sägespänen, Torf, Stroh oder auch Seetang. Neben Eisschränken gab es auch noch Eiskisten, die ähnlich aufgebaut waren. Eine der ersten Versionen von Eisschränken ist das bei uns im TMK ausgestellte Exponat, siehe Foto rechts. Es gab zwei Grundversionen. Bei den ersten Schränken wurde Eis in den linken Behälter gefüllt und diente als Kühlmittel. Rechts konnte noch weiteres Eis gelagert werden. Das Kühlgut wurde von vorn eingelagert. Tauwasser lief an der Vorderseite aus, konnte aufgefangen oder direkt entsorgt werden. Bei der nächsten Generation konnte der Schrank an die Wasserleitung angeschlossen werden. Das kalte Wasser floss durch Kühlschlangen um den Lagerbehälter für das Kühlgut und dann weiter zur Wasserentnahmestelle. Das Eis für die Kühlung wurde im Winterhalbjahr aus der Fulda und Teichen in der Innenstadt gesägt. Heute erinnert der Name Teichstraße noch an den See, der hier für die Eisgewinnung genutzt wurde. Das gewonnene Eis wurde in tiefen Gewölbekellern eingelagert. Diese befanden sich überwiegend im Kratzenberg, heute Kölnische Str. Einige dieser Keller sind noch vorhanden und können besichtigt werden. (ViKoNauten e.V.)  HIER LINK EINFÜGEN www.kassel-total.de Sie befinden sich in einer Tiefe von über 9 Metern. Darin taute das Eis über den Sommer, bis in den Spätherbst nicht auf. Das Eis wurde in passende Klötze zersägt und bei Bedarf zum Endverbraucher transportiert. Dafür gab es eine Firma, mit dem passenden Namen „Der Eismann“. Bei der Aufstellung eines Eisschranks galten die gleichen Grundsätze wie für die Planung von Vorrats- und Speisekammern. Der Ort des Eisschranks sollte an einer möglichst kühlen, von außen mit Bäumen beschatteten Nordwand, möglichst weit weg von Kaminen, Herden – also auch der warmen Küche – und Sonnenstrahlen sein. Dadurch konnten die unnötige Aufheizung und das vorzeitige Auftauen des Eises minimiert werden. Vorratskeller, die nicht wärmer als 15 °C werden, waren die bestmöglichen Aufstellungsorte. Alternativ hatten viele Küchen auch einen sogenannten Eisbalkon. Ab den 50-ziger Jahren wurden diese Eisschränke durch elektrische Kühlschränke abgelöst. Auch wieder in Kassel produziert, von der AEG. Bis zur Schließung des Werkes in der Lilienthal Str. wurden dort ca. 16 Millionen Eis- und Gefrierschränke hergestellt.


Quellen:

150 Jahre Stadtgeschichte Kassel / Adressbuch Cassel von 1902 + 1910/ Fachblatt f. Innendekoration Archiv Uni Heidelberg / Wikipedia Autor: Jochen Spier 2019-04-21
Fotos: Aus Adressbuch Cassel und Archiv Uni Heidelberg, Vom Exponat ©Jochen Spier/TMK

Kontakt

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(last update 09.10.2020)

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(last update 09.10.2020)

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