Morseapparat der Deutschen Bahn

Dieser Morseapparat der Deutschen Bahn wurde bis 1945 im Stellwerk "Cs" des Hauptbahnhofs Kassel genutzt. Insgesamt sieben dieser Geräte, die 1936 von der Firma C. Lorenz AG Berlin hergestellt wurden, dienten der Zugmeldung mithife des Morsecodes. Dies ist ein Verfahren zur Übermittlung von Buchstaben und Zeichen. Dabei wird ein konstantes Signal - in diesem Fall elektronischer Strom - ein- oder ausgeschaltet. Das Morsealphabet besteht aus den drei Symbolen Punkt, Strich und Pause.

Morsen war die erste Technik der Nachrichtenübertragung mit Hilfe der Elektrizität. Der Amerikaner Samuel Moore baute 1835 den ersten Morse-Telegrafen aus einer Staffelei, an der ein Pendel und ein Elektromagnet angebracht waren. Dieser Telegraf zeichnete sich durch seine einfache Konstruktion und seine hohe Geschwindigkeit aus. Die verbauten Relaisstationen ermöglichten eine größere Übertragungsentfernung. 1844 wurden die Telegrafenlinien für die Bevölkerung geöffnet und es begann die moderne Telekommunikation. Heute ist Morsen von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Auch Weichensteller und Lokomotivführer nutzten zur Verständigung bei Nebel akustische Signale: Wenn ein Zug vor ein haltzeigendes Einfahrtsignal gestellt wurde, gab der Lokomotivführer mit einem Pfiff der Dampfpfeife seiner Lok das "Achtungssignal". Darauf antwortete der ersten Weichensteller, der Zurufer, auf Stellwerk "Cs" mit dem Signal "Warten" aus dem Signalhorn.

Sammlung: Fritz Giesse

Leihgabe: Dr. Kurt Bangert, Eisenbahnfreunde Kassel e.V.

Quelle: Dölle, Harald: Die Geschichte des Kasseler Hauptbahnhofs. Überarb. Aufl. 2010.

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