Entdeckung der "X-Strahlen" durch Wilhelm Conrad Röntgen

Das obige Bild zeigt den Versuchsaufbau mit dem Wilhelm Conrad Röntgen (1845 – 1923) im November 1895 die sog. X-Strahlen entdeckte, später die nach ihm benannten Röntgenstrahlen. Wir sehen links eine Kathodenstrahl-Röhre, erfunden von Sir William Crookes (1832 – 1919), die mit einem von Heinrich Daniel Rühmkorff (1803 – 1877) in 1851 erfundenen Funkeninduktor verbunden ist, rechts abgebildet. Dieser  liefert den notwendigen Strom für die Kathodenstrahlröhre. Röntgen hatte die Röhre bei dem nächtlichen Versuch mit einem schwarzen Karton abgedeckt und als er den Funkeninduktor anschaltete, sah er, dass auf dem Tisch einige dort von einem vorherigen Versuch stammende Barium-Platin-Zyanür-Kristalle – eine fluoreszierende Substanz – aufleuchteten.

Er schlussfolgerte, dass es "eine neue Art von Strahlen" war, so auch der Titel seiner bald folgenden Publikation, die feste Materie durchdringt. Er bestrich einen Schirm mit der fluoreszierenden Substanz und konnte damit Materialien, die mit Röntgen-Strahlen durchleuchtet wurden, auf dem Schirm abbilden. Die dargestellte Crookes-Röhre hat einen klappbaren Malteserstern aus Aluminium. Wird dieser in den Strahlengang gestellt, so zeigt sich auf dem Fluoreszenzschirm dieser Stern (Hinweis: Der sichtbare Stern ist auf einer Holzplatte zu Demonstrationszwecken aufgemalt). So hat er den Kolben seines Jagdgewehres und auch das in der Vitrine rechts beistehende Gewichtskästchen geröntgt, (s. Bild unten mit dem beiliegenden Röntgen-Bild).

   

   

   

Erst als er zufälligerweise seine Hand in den Primärstrahl hielt und die Knochen seiner Hand sah, wurde ihm bewusst, dass dies eine große Bedeutung für die Medizin hatte. Das erste so gefertigte Röntgenbild zeigt die Knochen und den Ehering der Hand seiner Frau.

    

Das erste sog. „Strahlenkabinett“ in einem Krankenhaus in Deutschland wurde im St. Josef-Stift in Bremen eingerichtet, heute im Deutschen Medizinhistorischem Museum in Ingolstadt zu besichtigen (s. linkes bzw. obiges Bild, Foto: Dr. H. Haferkamp).

   

   

Die täglichen Anforderungen insbesondere in der Unfallchirurgie, führten zu einer rasanten Weiterentwicklung der Röntgenapparaturen. Insbesondere die Hitzeentwicklung der Röhren war ein großes Problem. Das Bild unten zeigt eine sog. Strichfokusröhre von 1924 mit Wasserkühlung.

Wenn wir heute die Weiterentwicklung der sog. „bildgebenden Verfahren“ sehen einschließlich Computertomographie (CT) und auch Kernspintomographie (MRT), wenngleich letztere nicht mit Röntgenstrahlen arbeitet, so sollten wir nicht vergessen, dass dies 1895 mit dem dargestellten Versuchsaufbau von Röntgen begonnen hat. Er hat dafür 1901 den ersten Nobelpreis für Physik erhalten.

Text: Dr. Horst Haferkamp, TMK

Bilder o. Kennz.: Wolfgang Dünkel, TMK

(last update 31.12.2023)

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