Operationstisch mit gynäkologischer Vorrichtung

Dabei handelt es sich eigentlich um eine Liege, bei der das Kopf- und Fußteil jeweils unterschiedlich stark geneigt eingestellt werden können. Um Patienten und Patientinnen auf dem OP-Tisch gynäkologisch und urologisch untersuchen oder operieren zu können, sind links und rechts von der Liegefläche schalenförmige Halterungen angebracht, in die die Beine gelegt werden. Die Patienten und Patientinnen liegen dann in der sogenannten Steinschnittlage. Der Operationstisch stammt aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Ein identischer OP-Tisch ist auf Propaganda- und Dokumentationsbildern des SS-Hauptamtes „Haushalt und Bauten“ zu sehen, die zwischen 1940 bis 1941 im Konzentrationslager Ravensbrück aufgenommen wurden. Dies war das größte KZ für Frauen im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten. Das Propaganda-Bild vom Untersuchungsraum aus dem Krankenrevier ist gemeinsam mit dem OP-Tisch in der Wanderausstellung „… unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten.“ – Die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-KZ Ravensbrück zu sehen, die bis zum 16. Juli 2023 im Technik-Museum Kassel gezeigt wird.

Bis auf die fünf Fotografien vom SS-Hauptamt ist wenig über die weitere Ausstattung der Krankenreviere mit medizinischen Gerätschaften oder die Möblierung bekannt, da die Akten zum Kriegsende systematisch vernichtet worden sind, sodass nur ein Eindruck der Untersuchungs- und Behandlungsräume vermittelt werden kann. Die Bilder stellen jedoch kein alltägliches Bild von der Ausstattung und der Nutzung dar. Zudem veränderten sich die Gebäude, die als Krankenreviere zur medizinischen Versorgung von Häftlingen genutzt wurden, im Laufe der Jahre durch diverse Erweiterungen und Veränderungen.

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Franz Kuhn – Anästhesie und Sterilcatgut

Das Objekt des Monats Juni 2021, liebe Besucherinnen und Besucher, war die Vorstellung des Chirurgen Franz Kuhn und seiner Leistungen für die moderne Anästhesie und das sterile Nahtmaterial.

Franz Kuhn (12.10.1866 – 28.03.1929), s. Abb. 1, war der erste Chirurg im 1899 eröffneten Elisabeth-Krankenhaus in Kassel. Er gilt international als der Begründer der modernen Anaesthesie (Narkose), da er die Intubationsnarkose, d. h. Einführen eines Beatmungstubus in die Luftröhre, entwickelte, um dadurch eine gesicherte Narkose, sei es mit Aether oder auch Chloroform zu ermöglichen (Erstpublikation 1903). Die heutigen Tuben sind aus Gummi oder Latex hergestellt, Kuhn verwandte einen flexiblen Metallschlauch, der durch den Kehlkopf in die Luftröhre eingeführt wurde. Heute sind diese Tuben von einem aufblasbaren Ballon umgeben, sodass während der Operation keine Flüssigkeit, z. B. Blut oder Erbrochenes, in die Luftröhre eindringen kann. Kuhn löste dieses Problem, indem er den Rachen um den Tubus herum mit Mull ausstopfte.

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Narkosegerät Cicero

Narkosegerät Cicero als modernstes Gerät einer Serie der Fa. Dräger, Lübeck

Text: Dr. Horst Haferkamp

Bild: Wolfgang Dünkel

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